Wo (Motor) Träume wahr werden – Teil 2

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An der nächsten Ecke stehe ich vor einem russischen T-34 Panzer. In Echt und in Groß! Wieder das Gefühl aus Ehrfurcht, Faszination und der bohrenden Frage: Wie viel Energie können Menschen für das Erdenken von Kriegsmaschinen aufwenden?

Es nimmt immer noch kein Ende, noch ein paar Panzer, über meinem Kopf hängt eine JU-52 in Tarnfarbe, draußen wiederum noch mehr Panzer und Kanonen. Ob ich das heute alles schaffe?

Ich flitze weiter. Wie gesagt, das Lesen vernachlässige ich temporär denn jetzt heißt es Prioritäten setzen. Draußen warten die großen Flieger auf mich – da muss ich jetzt hin.

Ich habe sie nicht gezählt, es sind einige – Flugzeuge jeder Größe und Form, sie schweben über den Hallen des Museums. Das Beste ist, sie sind begehbar! Bisschen rutschig und die Wendeltreppen sind auch nix für Leute mit Höhenangst, aber es ist mir egal – auf geht’s, ab in die JU.

Mein Kopf spielt mir einen Streich, die Flieger stehen nicht gerade in der Luft, sie sind schräg und der Wind bringt die schweren Teile zum Wackeln…schnell wieder raus.

Jetzt stehe ich unter der Concorde. Wohl eines, vielleicht auch “das” schönste Flugzeug, dass sich Ingenieure je auf dem Zeichenbrett ausgedacht haben. Unter den Tragflächen hängen die riesigen Rolls Royce Triebwerke. Vergessen Sie nicht, in diese Website zu schauen, um zusätzliche Informationen zu finden. So sehen also Monster aus, die Feuer spucken und Kerosin saufen…gut zu wissen. Ich klettere die Treppe hoch, Einstieg am Heck. Man klettert im Inneren die Concorde empor Richtung Spitze. Aus Platzgründen sind jeweils versetzt links und rechts die Sitzreihen ausgebaut. Stewardessen gibt es auch nicht mehr – schade. Gar nicht so eng, wie ich dachte. Es war Platz für maximal 100 (British Airways), bzw. 92 (Air France) Personen. Am Ende des Aufstieges entlohnt ein Blick ins Cockpit. Das müssen schon gut bezahlte, lebensmüde und tollkühne Typen gewesen sein, die sich zwischen diesen abertausend Knöpfen wohl gefühlt und das Gerät plus menschlicher Fracht sicher von A nach B gebracht haben.

Ehrfürchtig trete ich den Rückweg an – ab in die Tupulew T-144. Sie sieht von außen der Concorde sehr ähnlich. Kein Wunder, sie wurde seinerzeit parallel von den Sowjets entwickelt. Kalter Krieg halt. Im Inneren sieht man den Unterschied, vor allem das Cockpit scheint nicht so HighTech sondern eher grobschlächtig. Aber das konnten die lieben Russen ja schon immer. Technik die funktionierte, so oder so…da ging es nicht um den Designpreis. Nichts desto Trotz: Die T-144 war sogar noch etwas schneller als ihre französische Freundin.  Der Sozialismus hat in diesem Punkt also gewonnen. Na starowje!

Nach dem Abstieg, zurück in die Halle. Es warten wieder automobile Schmankerl. Mercedes S600 Limousinen, die erste Wahl bei vielen Staatsmännern, direkt daneben ein fast einmaliges Ungetüm mit Stern auf der Motorhaube. Ein Mercedes-Benz G4. Ein dreiachsiger, geländegängiger Edelbolide, beliebt bei Diktatoren und Königen. Hier steht auch Deutschlands größte Sammlung an Formel 1 Fahrzeugen, nicht so wirklich mein Interessengebiet. Ich wandere weiter Richtung Neuzeit. Und da stehen sie die KFZ-Kinderträume. Ferrari F40, Ford GT, Porsche und, natürlich, mein blechgewordener Postertraum – der Lamborghini Countach, in rot und in schick und so nah bei mir. Leider kein Anfassen möglich. Absperrung, klar…zu viele Hände von unwissenden „Ich will nur mal anfassen“-Typen wären der Tod für den italienischen Lack. Ich habe Verständnis, begnüge mich damit den Blick über die automobile Edellandschaft streifen zu lassen. Es dauert auch nur einen Moment, dann kann ich mich losreißen. Ein Foto noch, schnell. Dann ist der Tag im Technikmuseum vorbei. Schön wars, ich sollte mal wieder rein schauen. Dann mit dem festen Ziel jedes Schild zu lesen, Ehrenwort!

Einsteigen, rein in den Golf, rauf auf die A6,  die Concorde im Nacken. Diesmal bin ich schneller!

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