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Manueller F-Type: Jaguars Liebesbrief a�� Teil 2

Der F-Type bekommt, wie im ersten Teil des Beitrages geschildert, ein manuelles Schaltgetriebe. Diese Entscheidung aus den Chefetagen des JLR-Konzernes geht somit gegen den Trend der allgegenwA�rtigen Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe. Die FestivitA�ten zu dieser AnkA?ndigung werden weltweit ausgelebt. Allein deshalb soll am 1. JanuarA�zum Anlass des F-Type 2015er Modells, das gleich lautendeA�Jahr 2015 eingelA�utet werden. Wow!

F-Type mit manuellem Getriebe, juhu!

Nun ist es so, dass man Fahrzeugen mit nur zwei Pedalen auch eine gewisse Existenzberechtigung einrA�umenA�kann. FA?r diejenigen, die lange Autofahrten zur Arbeitsstelle auf sich nehmen mA?ssen, und dabei auch gerne malA�im Stop-and-go-Verkehr hA�ngen bleiben, gibt es keine bessere Zusatzoption als das Automatikgetriebe.
So trA�delt man morgens in grA�AYter Misere vor sich hin, der mA?de Beutel an Organen und Knochen versinkt im Fahrersitz und die rechte Hand wA�hlt das D. Es geht los auf die graue Autobahn. Auf der Spur links und rechts sieht man Gleichgesinnte, denen man keinen bessere Morgen wA?nscht, als den, den man gerade selbstA�durchlebt. Man blickt emotionslos in ihreA�Elend verbreitendenA�Gesichter. Leere, nichts als Leere. Der Diesel rattert vor sich hin. Die Gedanken sind bereits am grausamsten Ort der Welt, dem Arbeitsplatz. Es regnet und die Augen sind schwer. Das Leben ist furchtbar. Hier ist das Automatikgetriebe KA�nig!

Beim F-TypeA�erschlieAYt sich ein anderes Bild. Der Fahrer von Jaguars Paukenschlag findet sich A�fter mal in einer fantastischen Fabelwelt wieder. Er steht gut gelaunt mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher auf. Nach frischen BrA�tchen und gemahlenem Kaffee, nebenA�der frisch gedruckten Tageszeitung, packt es den F-Type Fahrer an Lust und Laune. SchlieAYlich ist ja auch jeder zweite Tag ein Sonntag. Mit einem zufriedenen LA�cheln geht man auf seinen Traumwagen zu. Beim Vorbeigehen wird A?ber den formschA�nen MetallkA�rper gestrichen – einerseits um dem Objekt der Begierde Rechnung zu tragen, andererseits um sich selbst was gutes zu tun. Ja hier sind echte GefA?hle im Spiel!

Vielmehr als reiner KA�rpertransport steckt hinter einer Fahrt mit dem F-Type. Vergleicht man einen Ausritt mit dem KA�tzchen mit einer romantischen Begegnung, so ist der F-Type der wahr gewordene Traum mit der damaligen Sandkastenliebe. Mit dieser geht man schlieAYlich auch nicht zu McDonalds, sondern in das atemberaubendste Restaurant der Stadt. Deshalb wA�hlt der F-Type Fahrer die kurvige LandstraAYe statt der Autobahn.

Und so geschieht sie, die Symbiose zweier TrA�ger der Leidenschaft. Fahrer und Fahrzeug transformieren sich zu einem geballten BA?ndel an Emotionen. Jedes Auspuff-Krachen bewirkt ein LA�cheln. Jedes LenkmanA�ver bewirkt einen eleganten Tanz. Die unsterbliche Choreografie des wertvollsten aller GefA?hle – die Liebe.
Das manuelle Schaltgetriebe beflA?gelt dieses HochgefA?hl umso mehr. Es beschert dem Fahrer das GefA?hl der Vollkommenheit. Jeder manuelle Schaltvorgang sorgt fA?r eine seelische Verbundenheit zur Maschine. Kein Automatikgetriebe kann diese Verbundenheit zwischen Fahrer und Fahrzeug dermaAYen betonen, wie ein mit leichtem Widerstand begleitetes Einrasten der Schaltstange in den jeweiligen Gang. Diese Form, der von Menschenhand kontrollierten Mechanik, wird durch das AuseinandertreibenA�der Kupplung durch den FuAY zum reinsten Festschmaus fA?r den Motorik-Gourmet. Hier ist zweifelsohne noch traditionelles KA�nnen gefragt. Was gibt es auch vergleichbar BestA�tigendesA�als eine perfekte Reihenfolge sukzessiver SchaltvorgA�nge?

LrsTaDie Wichtigkeit manueller SchaltvorgA�nge hat eine ganz besondereA�Industrie erkannt, die unter waschechten Puristen jedoch wenig Anerkennung bekommt. Denn oftmals sind derer Produkte fern der RealitA�t, und sehen die Leidenschaft fA?r Automobile nur als Mittel zum Zweck. Wir sprechen von Hollywood. Es kommt sogar noch dicker. Eine gewisse Filmreihe, die jeder Leser vermutlich kennt, veranschaulicht SchaltvorgA�nge als actiongeladenes Drama, das Seinesgleichen sucht: 38A�Fast – 38A�Furious. Zwar scheinen die Fahrzeuge dieser Filmreihe eine gegen Unendlich gehende Anzahl an GA�ngen zu haben, so verdeutlichen sie dennoch ein gewisses “Das gehA�rt einfach dazu”-GefA?hl. Hier gibt es eine Zusammenfassung aller relevanten Szenen der Filme:

Das sterbende Schaltgetriebe scheint noch einmal ein letztes Hurra zu erleben, bevor es in die ewigen JagdgrA?nde unmoderner und ineffizienter TechniklA�sungen geht. Egal wie sehr Fangemeinden darauf abstellen, dass gerade in Sportwagen der Schaltvorgang der Ausdruck von Macht A?ber die Maschine, MA�nnlichkeit oder gar kontrollierter Querdynamik sei. Von unseren sechs am Raster angeordneten Freunden mA?ssen wir uns A?ber kurz oder lang verabschieden. Was fA?r eine unbeschreibliche Zeit wir jedoch miteinander hatten. Adieu, treue Begleiter!

Man muss vor Jaguar den Hut ziehen. Eine Marke, die lange Zeit gebraucht hat, die Kompetenzen vergangener JahrzehnteA�wieder aufleben zu lassen. In TagenA�”vernA?nftiger” Lamborghinis haben sie es geschafft das Rundum-Sorglos-Paket fA?r den begeisterten Puristen und Automobilliebhaber auf die Beine zu stellen. Aussehen, Klang, FahrgefA?hl und eine direkte Verbindung zum Fahrer – wo gibt es das noch auf so hohem Level?

NichtA�mal beim Alfa Romeo 4C. Denn den gibt es nicht mit manuellem Getriebe.

Bilder: Jaguar

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